Plakat Brahms Requiem 2013

Brahms Requiem

Heinrich-Schütz-Kantorei Freiburg
Aufführung des Brahms-Requiems im November 2013 (Digitalfoto: U. Hornstein)

Sonntag, 17. November 2013, 19 Uhr
Freiburg, Maria-Hilf-Kirche
(Schützenallee)

Johannes Brahms (1833–1897):
Ein deutsches Requiem
Hugo Wolf (1860–1903):
Orchesterlieder

Die Ausführenden sind:

Katharina Persicke, Sopran
Andreas Wolf, Bariton

Die Heinrich-Schütz-Kantorei Freiburg
Mitglieder des Philharmonischen Orchesters Freiburg
Konzertmeisterin: Catherine Bottomley

Leitung: Bernd Scharfenberger

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Texte

Hugo Wolf (1860–1903): Orchesterlieder

Lieder nach Gedichten von Goethe und Mörike

Harfenspieler I–III

Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832)

I

Wer sich der Einsamkeit ergibt,
ach! der ist bald allein,
ein jeder lebt, ein jeder liebt
und lässt ihn seiner Pein.

Ja, lasst mich meiner Qual!
Und kann ich nur einmal
recht einsam sein,
dann bin ich nicht allein.

Es schleicht ein Liebender lauschend sacht,
ob seine Freundin allein?
So überschleicht bei Tag und Nacht
mich Einsamen die Pein,
mich Einsamen die Qual.
Ach werd' ich erst einmal
einsam im Grabe sein,
da lässt sie mich allein!

II

An die Türen will ich schleichen,
still und sittsam will ich stehn;
fromme Hand wird Nahrung reichen,
und ich werde weiter gehn.
Jeder wird sich glücklich scheinen,
wenn mein Bild vor ihm erscheint;
eine Träne wird er weinen,
und ich weiß nicht, was er weint.

III

Wer nie sein Brot mit Tränen aß,
wer nie die kummervollen Nächte
auf seinem Bette weinend saß,
der kennt euch nicht, ihr himmlischen Mächte!

Ihr führt ins Leben uns hinein,
ihr lasst den Armen schuldig werden,
denn alle Schuld rächt sich auf Erden.

Schlafendes Jesuskind

Eduard Mörike (1804–1875)

Sohn der Jungfrau, Himmelskind! Am Boden
auf dem Holz der Schmerzen eingeschlafen,
das der fromme Meister, sinnvoll spielend,
deinen leichten Träumen unterlegte;
Blume du, noch in der Knospe dämmernd
eingehüllt die Herrlichkeit des Vaters!

O wer sehen könnte, welche Bilder
hinter dieser Stirne, diesen schwarzen
Wimpern sich in sanftem Wechsel malen!

An den Schlaf

Eduard Mörike

Schlaf! Süßer Schlaf! Obwohl dem Tod wie du nichts gleicht,
auf diesem Lager doch willkommen heiß ich dich!
Denn ohne Leben so, wie lieblich lebt es sich!
So weit vom Sterben, ach, wie stirbt es sich so leicht!

Gebet

Eduard Mörike

Herr, schicke, was du willst,
ein Liebes oder Leides!
Ich bin vergnügt, dass beides
aus deinen Händen quillt.

Wollest mit Freuden
und wollest mit Leiden
mich nicht überschütten!
Doch in der Mitten
liegt holdes Bescheiden.

Johannes Brahms (1833–1897): Ein Deutsches Requiem (op. 45)

nach Worten der Heiligen Schrift

I.

Ziemlich langsam und mit Ausdruck.

Selig sind, die da Leid tragen,
denn sie sollen getröstet werden.

(Matthäus 5, 4)

Die mit Tränen säen,
werden mit Freuden ernten.
Sie gehen hin und weinen
und tragen edlen Samen,
und kommen mit Freuden
und bringen ihre Garben.

(Psalm 126, 5.6)

II.

Langsam, marschmäßig.

Denn alles Fleisch, es ist wie Gras
und alle Herrlichkeit des Menschen
wie des Grases Blumen.
Das Gras ist verdorret
und die Blume abgefallen.

(1. Petrus 1, 24)

Etwas bewegter.

So seid nun geduldig, liebe Brüder,
bis auf die Zukunft des Herrn.
Siehe, ein Ackermann wartet
auf die köstliche Frucht der Erde
und ist geduldig darüber,
bis er empfahe den Morgenregen und Abendregen.
So seid geduldig.

(Jakobus 5, 7)

Tempo I.

Denn alles Fleisch, es ist wie Gras
und alle Herrlichkeit des Menschen
wie des Grases Blumen.
Das Gras ist verdorret
und die Blume abgefallen.

Un poco sostenuto.

Aber des Herren Wort bleibet in Ewigkeit.

(1. Petrus 1, 24.25)

Allegro non troppo.

Die Erlöseten des Herrn werden wiederkommen,
und gen Zion kommen mit Jauchzen;
Freude, ewige Freude,
wird über ihrem Haupte sein;
Freude und Wonne werden sie ergreifen,
und Schmerz und Seufzen wird weg müssen.

(Jesaja 35, 10)

III.

Andante moderato.

Herr, lehre doch mich,
dass ein Ende mit mir haben muss.
und mein Leben ein Ziel hat,
und ich davon muss.
Siehe, meine Tage sind
einer Hand breit vor dir,
und mein Leben ist wie nichts vor dir.

Ach wie gar nichts sind alle Menschen,
die doch so sicher leben.
Sie gehen daher wie ein Schemen
und machen ihnen viel vergebliche Unruhe;
sie sammeln und wissen nicht,
wer es kriegen wird.
Nun Herr, wes soll ich mich trösten?

Ich hoffe auf dich.

(Psalm 39, 5–8)

Der Gerechten Seelen sind in Gottes Hand
und keine Qual rühret sie an.

(Weisheit Salomos 3, 1)

IV.

Mäßig bewegt.

Wie lieblich sind deine Wohnungen,
Herr Zebaoth!
Meine Seele verlanget und sehnet sich
nach den Vorhöfen des Herrn;
mein Leib und Seele freuen sich
in dem lebendigen Gott.
Wohl denen, die in deinem Hause wohnen,
die loben dich immerdar.

(Psalm 84, 2.3.5)

V.

Langsam.

Ihr habt nun Traurigkeit;
aber ich will euch wiedersehen,
und euer Herz soll sich freuen,
und eure Freude soll niemand von euch nehmen.

(Johannes 16, 22)

Ich will euch trösten,
wie einen seine Mutter tröstet.

(Jesaja 66, 13)

Sehet mich an: Ich habe eine kleine Zeit
Mühe und Arbeit gehabt
und habe großen Trost gefunden.

(Jesus Sirach 51, 35)

VI.

Andante.

Denn wir haben hie keine bleibende Statt,
sondern die zukünftige suchen wir.

(Hebräer 13, 14)

Siehe, ich sage euch ein Geheimnis:
Wir werden nicht alle entschlafen,
wir werden aber alle verwandelt werden;
und dasselbige plötzlich in einem Augenblick,
zu der Zeit der letzten Posaune.

Vivace.

Denn es wird die Posaune schallen
und die Toten werden auferstehen unverweslich;
und wir werden verwandelt werden.
Dann wird erfüllet werden das Wort,
das geschrieben steht.
Der Tod ist verschlungen in den Sieg.
Tod, wo ist dein Stachel?
Hölle, wo ist dein Sieg?

(1. Korinther 15, 51.52.54.55)

Allegro.

Herr, du bist würdig
zu nehmen Preis und Ehre und Kraft,
denn du hast alle Dinge erschaffen,
und durch deinen Willen haben sie das Wesen
und sind geschaffen.

(Offenbarung Johannis 4, 11)

VII.

Feierlich.

Selig sind die Toten,
die in dem Herrn sterben,
von nun an.
Ja, der Geist spricht,
dass sie ruhen von ihrer Arbeit;
denn ihre Werke folgen ihnen nach.

(Offenbarung Johannis 14, 13)