J. Rutter: Requiem

Heinrich-Schütz-Kantorei Freiburg
Sommerkonzert in Ebersmünster im Mai 2016 (Foto: B. Adolf)
Wallfahrtskirche Ebersmünster
Wallfahrtskirche Ebersmünster (Elsass) (Foto: S. Dreher)

Eröffnungskonzert der « Heures musicales d’ Ebersmunster »

Sonntag, 8. Mai 2016, 17 Uhr
Abteikirche Ebersmünster, Elsass

Programm

Samuel Scheidt (1587–1654):
9 Variationen über eine Gagliarda von John Dowland
Percy Whitlock (1903–1946):
Folk Tune
Henry Purcell (1659–1695):
Chaconne in F-Dur
Henry Balfour Gardiner (1877–1950):
Evening Hymn
Herbert Howells (1892–1983):
O pray for the peace of Jerusalem
Ralph Vaughan Williams (1872–1958):
Five Mystical Songs
2. I got me flowers
3. Love bade me welcome
4. The Call
John Rutter (*1945):
Requiem (kammermusikalische Fassung)
Zugabe: Gabriel Fauré (1845–1924):
Cantique de Jean Racine für Chor und Orchester

Die Ausführenden waren:

Aurelia Würsch, Sopran
Sabine Dietrich, co-titulaire de l’ orgue Silbermann d’ Ebersmunster, Orgel

Die Heinrich-Schütz-Kantorei Freiburg und ihr Kammerorchester
Leitung: Bernd Scharfenberger

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Texte

Samuel Scheidt (1587–1654): 9 Variationen über eine Gagliarda von John Dowland

Percy Whitlock (1903–1946): Folk Tune

Henry Purcell (1659–1695): Chaconne in F-Dur

Henry Balfour Gardiner (1877–1950): Evening Hymn

Hymnus zur Komplet, Gregorius Magnus (540–604)

Vor dem Verschwinden des Lichtes
bitten wir dich, o Schöpfer der Dinge,
dass du nach deiner Güte
unser Schützer und Wächter seist.

Fern mögen weichen die Traumgebilde
und trügerischen Vorstellungen der Nacht,
und halte in Schranken unsern Feind,
damit der Körper nicht befleckt werde.

Verleihe es, o gütigster Vater
und du, Eingeborener gleich dem Vater
mit dem Tröster, dem heiligen Geist
herrschend in alle Ewigkeit. Amen.

Deutsch aus: Adalbert Schulte, Die Hymnen des Breviers, S. 76

Herbert Howells (1892–1983): O pray for the peace of Jerusalem

Psalm 122 Verse 6, 7

Wünschet Jerusalem Glück!
Es möge wohl gehen denen, die dich lieben!
Es möge Friede sein in deinen Mauern
und Glück in deinen Palästen!

Ralph Vaughan Williams (1872–1958): Five mystical songs

Nach Gedichten aus The Temple (1633) von George Herbert (1593–1633)

2. I got me flowers

aus: Easter – Ostern

Ich holte mir Blumen, deinen Weg zu bestreuen,
ich schnitt mir Äste von vielen Bäumen:
Aber du warst auf am Tagesanbruch,
und brachtest deine Freuden mit dir mit.

Die aufgehende Sonne im Osten,
obgleich sie Licht gibt, und der Orient Duft verströmt,
wenn sie den Wettstreit suchen
mit deinem Aufstieg, erdreisten sie sich.

Kann je ein Tag sein wie dieser,
selbst wenn viele Sonnen zu scheinen sich mühen?
Wir zählen dreihundert, aber wir treffen nicht:
Es gibt nur einen, und der währt ewig.

3. Love bade me welcome

aus: Love (III) – Liebe (III)

Liebe hieß mich willkommen, aber meine Seele wich zurück,
schuldbewusst vor Staub und Sünde.
Aber die flinkäugige Liebe, da sie mich schlaff werden sah
bei meinem ersten Eintreten,
kam näher zu mir, lieblich fragend,
ob mir etwas fehle.

Ein Gast, antwortete ich, würdig, hier zu sein:
Die Liebe sagte, der sollst Du sein.
Ich der Unfreundliche, Undankbare? Ah, meine Teure,
ich kann nicht auf dich blicken.
Die Liebe nahm meine Hand und antwortete lächelnd:
Wer machte die Augen außer mir?

Wahrlich, Gebieterin, aber ich habe sie getrübt: Lass meine Scham
hingehen, wohin sie es verdient.
Und weißt du nicht, sagt die Liebe, wer die Schuld gebar?
Meine Teure, dann will ich dienen.
Du musst dich setzen, sagte die Liebe, und mein Fleisch kosten.
So setzte ich mich und aß.

4. The Call

Komm, mein Weg, meine Wahrheit, mein Leben:
Solch ein Weg, der uns Atem gibt,
so eine Wahrheit, die alle Zwietracht endet,
solch ein Leben, das den Tod tötet.

Komm, mein Licht, mein Fest, meine Stärke:
Solch ein Licht, das ein Fest zeigt,
solch eine Tafel, die sich von selbst füllt,
solch eine Stärke, die ihren Gast erbaut.

Komm, meine Freude, meine Liebe, mein Herz:
So eine Freude, dass niemand entfernen kann,
so eine Liebe, dass keiner scheiden kann,
so ein Herz, das vor Liebe jauchzt.

John Rutter (*1945): Requiem

1. Requiem aeternam

Herr, gib ihnen ewige Ruhe,
und das ewige Licht leuchte ihnen.
Dir gebührt Lob, Herr, in Zion,
Dir erfüllt man Gelübde in Jerusalem.
Erhöre mein Gebet,
zu Dir kommt alles Fleisch.

Herr, erbarme dich,
Christe, erbarme dich,
Herr, erbarme dich.

2. Out of the deep

Psalm 130

Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir.
Herr, höre meine Stimme!
Lass deine Ohren merken auf die Stimme meines Flehens!
Wenn du, Herr, Sünden anrechnen willst
– Herr, wer wird bestehen?
Denn bei dir ist die Vergebung,
dass man dich fürchte.
Ich harre des Herrn,
meine Seele harret,
und ich hoffe auf sein Wort.
Meine Seele wartet auf den Herrn
mehr als die Wächter auf den Morgen
hoffe Israel auf den Herrn!
Denn bei dem Herrn ist die Gnade
und viel Erlösung bei ihm.
Und er wird Israel erlösen aus allen seinen Sünden.

Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir.
Herr, höre meine Stimme!

3. Pie Jesu

Letzter Vers des Dies irae

Milder Jesus, Herr,
gib ihnen Ruhe,
ewige Ruhe,
gib ihnen immerwährende Ruhe.

4. Sanctus und Benedictus

Heilig, heilig, heilig
ist Gott, der Herr Zebaoth!
Alle Lande sind deiner Ehre voll.
Hosanna in der Höhe!

Gelobt sei der da kommt
im Namen des Herrn.
Hosanna in der Höhe!

5. Agnus Dei und Man that is born of a woman

Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt,
gib ihnen ewige Ruhe.

Hiob 14.1-2

Der Mensch, vom Weibe geboren,
lebt kurze Zeit und ist voll Unruhe,
geht auf wie eine Blume und fällt ab,
flieht wie ein Schatten und bleibt nicht.

The Lord is my shepherd

Psalm 23

Der Herr ist mein Hirte,
mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue
und führet mich zum frischen Wasser.
Er erquicket meine Seele
und führet mich auf rechter Straße
um seines Namens willen.
Und ob ich schon wanderte im finstern Tal,
fürchte ich kein Unglück;
denn du bist bei mir,
dein Stecken und Stab trösten mich.
Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.
Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.
Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang,
und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.

7. Blessed are the dead und Lux aeterna

Offenbarung 14.13

Und ich hörte eine Stimme vom Himmel zu mir sagen:
Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben,
denn sie sollen ruhen von ihrer Mühsal.
Ja, spricht der Geist, sie sollen ruhen.

Das ewige Licht leuchte ihnen, Herr:
mit deinen Heiligen in Ewigkeit,
denn du bist gnädig.
Ewige Ruhe gib ihnen, Herr,
und das immerwährende Licht leuchte ihnen:
Ewige Ruhe gib ihnen, Herr.

Zugabe: Gabriel Fauré (1845–1924): Cantique de Jean Racine für Chor und Orchester

Wort, dem Höchsten gleich, unsere einzige Hoffnung,
Ewiges Licht der Erde und des Himmels,
Wir brechen die Stille der friedlichen Nacht:
Göttlicher Erlöser, lass Deine Augen auf uns sehen!

Gieße über uns aus Deiner mächtigen Gnade Feuer;
Die ganze Hölle fliehe beim Klang Deiner Stimme;
Vertreibe den Schlaf einer matten Seele,
Der sie dazu bringt, Deine Gesetze zu vergessen!

O Christus, sei diesem treuen Volk gewogen,
das nun zu Deinem Lobe versammelt ist;
Nimm die Lieder an, die es zu Deinem unsterblichen Ruhm darbringt;
Und möge es zurückkehren erfüllt von Deinen Gaben!