Festliche Barockmusik

Frauenalb (2micha)
Klosterruine Frauenalb (Foto: 2micha, CC BY-SA 3.0, Quelle: wikimedia)
Wallfahrtskirche Ebersmünster
Wallfahrtskirche Ebersmünster (Elsass) (Foto: S. Dreher)

Samstag, 8. Juli 2016, 19.30 Uhr
Klosterruine Frauenalb
bei Karlsruhe,
bei schlechtem Wetter in die Kirche St. Maria Schielberg

Sonntag, 9. Juli 2016, 17 Uhr
Abteikirche Ebersmünster, Elsass

Programm

Jan Dismas Zelenka (1679–1745):
Miserere c-Moll (ZWV 57)
Antonio Vivaldi (1678–1741):
Gloria D-Dur (RV 589)
Johann Sebastian Bach (1685–1750):
Fantasie G-Dur für Orgel (BWV 572) (nur in Ebersmünster)
Johann Sebastian Bach (1685–1750):
Doppelkonzert c-Moll für Violine und Oboe (BWV 1060)
Marc Antoine Charpentier (1643–1704):
Te Deum D-Dur (H. 146)

Die Ausführenden sind:

Sonja Bühler, Sopran 1
Susanne Müller, Sopran 2
Ulrike Andersen, Alt
Tiago Oliveira, Tenor
Karsten Müller, Bass

Martin Müller, Orgel (nur Ebersmünster)

Die Heinrich-Schütz-Kantorei Freiburg und ihr Orchester
Leitung: Bernd Scharfenberger

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Texte

Jan Dismas Zelenka (1679–1745): Miserere c-Moll (ZWV 57)

Psalm 51

Miserere I

Gott, sei mir gnädig.

Miserere II

Gott, sei mir gnädig nach deiner großen Huld,
und tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen.

Wasch meine Schuld von mir ab
und mach mich rein von meiner Sünde.

Denn ich erkenne meine bösen Taten,
meine Sünde steht mir immer vor Augen.

Gegen dich allein habe ich gesündigt,
ich habe getan, was dir missfällt.
So behältst du recht mit deinem Urteil,
rein stehst du da als Richter.

Denn ich bin in Schuld geboren;
in Sünde hat mich meine Mutter empfangen.

Lauterer Sinn im Verborgenen gefällt dir,
im Geheimen lehrst du mich Weisheit.

Entsündige mich mit Ysop, dann werde ich rein;
wasche mich, dann werde ich weißer als Schnee.

Sättige mich mit Entzücken und Freude!
Jubeln sollen die Glieder, die du zerschlagen hast.

Verbirg dein Gesicht vor meinen Sünden,
tilge all meine Frevel!

Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz
und gib mir einen neuen, beständigen Geist!

Verwirf mich nicht von deinem Angesicht
und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir!

Mach mich wieder froh mit deinem Heil,
mit einem willigen Geist rüste mich aus!

Dann lehre ich Abtrünnige deine Wege
und die Sünder kehren um zu dir.

Befrei mich von Blutschuld, Herr, du Gott meines Heiles,
dann wird meine Zunge jubeln über deine Gerechtigkeit.

Herr, öffne mir die Lippen,
und mein Mund wird deinen Ruhm verkünden.

Schlachtopfer willst du nicht, ich würde sie dir geben;
an Brandopfern hast du kein Gefallen.

Das Opfer, das Gott gefällt, ist ein zerknirschter Geist,
ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verschmähen.

In deiner Huld tu Gutes an Zion;
bau die Mauern Jerusalems wieder auf!

Dann hast du Freude an rechten Opfern, an Brandopfern und Ganzopfern,
dann opfert man Stiere auf deinem Altar.

Gloria Patri I

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Sicut erat

Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar,
und von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Amen.

Gott, sei mir gnädig.

Miserere III

Gott, sei mir gnädig,
erbarme dich.

Antonio Vivaldi (1678–1741): Gloria D-Dur (RV 589)

1 Gloria

Ehre sei Gott in der Höhe

2 Et in terra pax

und Friede auf Erden den Menschen seiner Gnade.

3 Laudamus te

Wir loben Dich,
wir preisen Dich,
wir beten Dich an,
wir rühmen Dich

4 Gratias

wir danken Dir,

denn groß ist Deine Herrlichkeit:

5 Domine Deus

Herr und Gott,
König des Himmels,
Gott und Vater, Herrscher über das All,

6 Domine Fili

Herr, eingeborener Sohn, Jesu Christe.

7 Domine Deus, Agnus Dei

Herr und Gott, Lamm Gottes, Sohn des Vaters,
der du trägst die Sünde,
Herr und Gott, König des Himmels,
der du trägst die Sünde,
Herr, eingeborener Sohn,
der du trägst die Sünde,
Herr und Gott, Lamm Gottes, Sohn des Vaters,
der du trägst die Sünde der Welt:
erbarme Dich unser.

8 Qui tollis

Du nimmst hinweg die Sünde der Welt:
nimm an unser Gebet.

9 Qui sedes

Du sitzest zur Rechten des Vaters:
erbarme Dich unser.

10 Quoniam

Denn Du allein bist der Heilige,
du allein der Herr,
du allein der Höchste, Jesus Christus,

11 Cum Sancto Spiritu

mit dem Heiligen Geist,
zur Ehre Gottes des Vaters.
Amen.

Johann Sebastian Bach (1685–1750): Fantasie G-Dur für Orgel (BWV 572)

(nur in Ebersmünster)

Johann Sebastian Bach (1685–1750): Doppelkonzert c-Moll für Violine und Oboe (BWV 1060)

Marc Antoine Charpentier (1643–1704): Te Deum D-Dur (H. 146)

Übersetzung nach Romano Guardini, 1950

1 Prélude

2 Te Deum laudamus

Dich, Gott, loben wir,
dich, Herr, preisen wir.

3 Te æternum patrem

Dir, dem ewigen Vater, huldigt das Erdenrund.
Dir rufen die Engel alle, dir Himmel und Mächte insgesamt,
die Kerubim dir und die Serafim,
mit niemals endender Stimme zu:
Heilig, heilig, heilig der Herr, der Gott der Scharen!

4 Pleni sunt cæli

Voll sind Himmel und Erde von deiner hohen Herrlichkeit.
Dich preist der glorreiche Chor der Apostel;
Dich der Propheten lobwürdige Zahl;
dich der Märtyrer leuchtendes Heer;

5 Te per orbem terrarum

dich preist über das Erdenrund die heilige Kirche;
dich, den Vater unermessbarer Majestät;
deinen wahren und einzigen Sohn;
und den Heiligen Fürsprecher Geist.
Du König der Herrlichkeit, Christus.
Du bist des Vaters allewiger Sohn.
Du hast der Jungfrau Schoß nicht verschmäht, bist Mensch geworden, den Menschen zu befreien.

6 Tu devicto

Du hast bezwungen des Todes Stachel
und denen, die glauben, die Reiche der Himmel aufgetan.
Du sitzest zur Rechten Gottes in deines Vaters Herrlichkeit.
Als Richter, so glauben wir, kehrst du einst wieder.

7 Te ergo quæsumus

Dich bitten wir denn,
komm deinen Dienern zu Hilfe,
die du erlöst mit kostbarem Blut.

8 Æterna fac

In der ewigen Herrlichkeit zähle uns deinen Heiligen zu.
Rette dein Volk, o Herr,
und segne dein Erbe;
und führe sie und erhebe sie bis in Ewigkeit.
An jedem Tag benedeien wir dich
und loben in Ewigkeit deinen Namen,
ja in der ewigen Ewigkeit.

9 Dignare

In Gnaden wollest du, Herr,
an diesem Tag uns ohne Schuld bewahren.
Erbarme dich unser, o Herr, erbarme dich unser.
Lass über uns dein Erbarmen geschehn,
wie wir gehofft auf dich.

10 In te, Domine, speravi

Auf dich, o Herr, habe ich meine Hoffnung gesetzt.
In Ewigkeit werde ich nicht zuschanden.

Übertragung des Te Deum von Ignatz Franz (1719–1791)

Großer Gott, wir loben dich, Herr, wir preisen deine Stärke.
Vor dir neigt die Erde sich und bewundert deine Werke.
Wie du warst in aller Zeit, so bleibst du in Ewigkeit.

Alles was dich preisen kann, Cherubim und Seraphinen,
stimmen dir ein Loblied an, alle Engel, die dir dienen,
rufen dir stets ohne Ruh »Heilig, heilig, heilig« zu.

Heilig, Herr Gott Zebaoth, heilig, Herr der Himmelsheere!
Starker Helfer in der Not! Himmel, Erde, Luft und Meere
sind erfüllt von deinem Ruhm, alles ist dein Eigentum.

Der Apostel heil'ger Chor, der Propheten hehre Menge
schickt zu deinem Thron empor neue Lob- und Dankgesänge;
der Blutzeugen lichte Schar lobt und preist dich immerdar.

Dich, Gott Vater auf dem Thron, loben Große, loben Kleine,
deinem eingebornen Sohn singt die heilige Gemeinde,
und sie ehrt den Heil'gen Geist, der uns seinen Trost erweist.

Du, des Vaters ew'ger Sohn, hast die Menschheit angenomen,
bist vom hohen Himmelsthron zu uns auf die Welt gekommen,
hast uns Gottes Gnad gebracht, von der Sünd uns frei gemacht.

Durch dich steht das Himmelstor allen, welche glauben, offen;
du stellst uns dem Vater vor, wenn wir kindlich auf dich hoffen;
du wirst kommen zum Gericht, wenn der letzte Tag anbricht.

Herr, steh deinen Dienern bei, welche dich in Demut bitten.
Kaufest durch dein Blut uns frei, hast den Tod für uns gelitten;
nimm uns nach vollbrachtem Lauf zu dir in den Himmel auf.

Sieh dein Volk in Gnaden an. Hilf uns, segne, Herr, dein Erbe;
leit es auf der rechten Bahn, dass der Feind es nicht verderbe.
Führe es durch diese Zeit, nimm es auf in Ewigkeit.

Alle Tage wollen wir dich und deinen Namen preisen
und zu allen Zeiten dir Ehre, Lob und Dank erweisen.
Rett aus Sünden, rett aus Tod, sei uns gnädig, Herre Gott!

Herr, erbarm, erbarme dich: Lass uns deine Güte schauen;
deine Treue zeige sich, wie wir fest auf dich vertrauen.
Auf dich hoffen wir allein: lass uns nicht verloren sein.