Pressestimmen

Über das Abschiedskonzert von Bernd Scharfenberger am 19. November 2017 Merzhausen

Das schwebende Gotteslob (veröffentlicht am Di, 21. November 2017 auf badische-zeitung.de)

Was für eine großartige Kontrastwirkung: Zuerst die strenge, archaisierende „Laudate pueri Dominum“-Fuge – dann das andere, sinnliche, schwebende Lob des Herren: „Laudate Dominum“: Der Überraschungseffekt gelingt dem 24-jährigen Wolfgang Amadeus Mozart exzellent in seinen Salzburger „Vesperae solennes de confessore“. Und Bernd Scharfenberger lässt die Musik genauso sprechen, verlangt der Freiburger Heinrich-Schütz-Kantorei (HSK) große Transparenz und Deutlichkeit der Stimmen ab, um Mozarts Rückgriff auf barocke Kompositionstechnik gerecht zu werden. Ganz innig darauf das „Laudate Dominum“, von Katharina Kunze in zarten, lyrischen Sopranlinien fortgesponnen, als sei eine Vorläuferin der „Figaro“-Gräfin am Werk.

[…] Der Abschied rührt an. Bernd Scharfenberger bedankt sich bei Publikum, Chor – und seinen Eltern. Und bringt jenes Werk zur Aufführung, das ihn als Knaben sozusagen musikalisch sozialisiert hatte: Mozarts spätes „Ave verum“ – delikat und fein ausbalanciert. Großer Applaus für Scharfenberger, dessen Erbe nun Cornelius Leenen antreten wird.

Alexander Dick, Badische Zeitung, 21.11.2017

Über unser Konzert am 9. Juli 2017 in Ebersmünster (Elsass)

Prunkvoller Höhepunkt der «Heures Musicales»

[…]

Dieses Ensemble spielt wunderschön mit den Nuancen, was ein leicht schwebendes und ausdrucksstarkes Ergebnis zeitigt, dem man mit tiefer Freude zuhört. Die Chorsänger, Musiker und Solisten sind im Einklang in einer Leidenschaft, die ihre Flamme mit sinnlicher Dichte weitergibt. Man kann nicht genug des Lobes sein für diesen tiefgreifenden Zusammenhalt, die man der eleganten und freundlichen Leitung Bernd Scharfenbergers verdankt.

Die subtile Übereinstimmung zwischen Orchester und Chor ist der Garant für eine transzendierende Musik. […] Das «Gloria» von Antonio Vivaldi: präzise, mit zurückhaltender Inständigkeit aufgebaut und doch so lebhaft. Welch erstklassige Meisterschaft der Ausführenden! Ein von der Botschaft durchdrungener Ausdruck, ein Emporfliegen starker Stimmen. Denn wenn die Stimmen einsetzen, sind sie dosiert, ausgefeilt, kostbar.

Gilbert Mosser, L'Alsace, 12.07.2017 (Übersetzungen aus dem Französischen von Jutta Andrieux)

Eine wahre Kunst

Die Abteikirche war voll besetzt für das letzte Konzert dieser Saison der «Heures musicales» und dies dank des Talents und des guten Rufs der Heinrich-Schütz-Kantorei, die in Ebersmunster zum letzten Mal von ihrem jungen Dirigenten Bernd Scharfenberger geleitet wurde.

[…]

Das Prachtfinale, in dem alle Protagonisten versammelt waren, stellte sich als außerordentlich brillant heraus. Trommel und Trompete führten es an als Botschafter eines unübertroffenen Chores.

B.A., Dernières Nouvelles d’Alsace, 18.07.2017 (Übersetzungen aus dem Französischen von Jutta Andrieux)

Über unser Konzert am 19. März 2017 in der Maria-Hilf-Kirche, Freiburg

Heute und Historismus (veröffentlicht am Di, 21. März 2017 auf badische-zeitung.de)

[…]

Mustergültig führte Freiburgs 60-köpfige Heinrich-Schütz-Kantorei (HSK) nunmehr das vor, was klingender Historismus konkret meint: jene anregende Mixtur aus eben historistischen und (damals) zeitgenössischen Musikidiomen, aus barocken Chorälen und Fugen sowie moderner Instrumentierung, garniert mit exquisiter liedhafter Lyrik. […]

Jetzt, bei der aktuellen Darbietung mit der HSK, gab es keine Werkkomponente, von der man melden müsste, dass sie nur unzureichend ausgekostet worden wäre. In seiner so sympathisch besonnenen, unaufgeregten Art hatte Chorchef Bernd Scharfenberger die Interpretation im Griff. Bei der kantablen Lyrik, die sich immer wieder attraktiv entfalten konnte. Oder bei den Chören, die dramatische Wucht anzunehmen vermochten ("Steiniget ihn!").

Man hörte eine Schütz-Kantorei, der diese Bandbreite lückenlos zu Gebote steht. Einen bis in die Fugen-Verästelungen hinein leistungsfähigen Chor, bei dem besonders die strahlende Soprangruppe für sich einnimmt.[…]

Johannes Adam, Badische Zeitung, 21.03.2017

Über unser Konzert am 6. November 2016 in St. Martin, Freiburg

Todesgedanken in Goldglanz (veröffentlicht am Do, 10. November 2016 auf badische-zeitung.de)

Können Todesgedanken in wohligem Goldglanz daherkommen? Nimmt man den eher versöhnlich-tröstlichen als traurigen „Actus tragicus“ Johann Sebastian Bachs, scheint das gar nicht so weit hergeholt. Besonders dann, wenn er mit so sachter und kundiger Hand hingestellt wird wie in der Freiburger Martinskirche von der Heinrich-Schütz-Kantorei. […] Durchweg liegt der klanglich-interpretatorische Fokus auf Homogenität, weder hohe noch tiefe Register stechen heraus; differenziert wird dynamisch und was die Führung und das Zusammengehen der Register angeht.

[…]

Das Ergebnis ist kleinteilig, aber reich an Gestaltung. Dank fließender Tempi und vorsichtig-bestimmten musikalischen Zugs geht der rote Faden nicht verloren. Nahtlos fügen sich namentlich bei Schütz Chor- und Solistenpartien ineinander. Wie selbstverständlich und flüssig da die Phrasen gebildet und aufeinander aufgebaut werden – das zeugt, insbesondere was den Chor angeht, nicht nur von Einfühlung in das Idiom seines Namenspatrons, sondern auch von hoher Vokalkultur.

Gero Schreier, Badische Zeitung, 10.11.2016

Über unser Konzert am 8. Mai 2016 in Ebersmünster (Elsass)

Ein Requiem von allgemeingültiger Schönheit

Das «Requiem aeternam» von John Rutter als Auftakt zu den Heures Musicales d’Ebersmunster am Sonntag nachmittag wird als ein Augenblick von überwältigender Schönheit bleiben.

[…]

Die menschliche Stimme ist sicherlich das schönste Instrument auf der Welt, und der Chor der Heinrich-Schütz-Kantorei aus Freiburg im Breisgau unter der Leitung von Bernd Scharfenberger wird dies auf auf gekonnte Art und Weise beweisen.

[…]

Was für eine Klangschönheit! Diese aufsteigenden, sich im Raum auflösenden Stimmen erschüttern die Musikliebhaber… […] Die Stimmen strömen unter das Kirchengewölbe nach einer rührenden, zuweilen allerdings etwas schwer zu ertragenden Introspektion, um auch das Kapitel der Bittschriften nicht zu vergessen. «Lass deine Ohren merken auf die Stimme meines Flehens!» oder «und viel Erlösung bei ihm» Da bleibt man nicht unberührt.

[…] So klar, so licht, so schön wie ein leichter Gang, eine Hommage an den (himmlischen) Vater! So belebend, so voll eines stärkenden Respekts! Und dann, plötzlich, diese majestätische und respektvolle Stille vor dem rauschenden Applaus.

Gilbert Mosser, L'Alsace, 10.05.2016 (Übersetzungen aus dem Französischen von Jutta Andrieux)

Eine Ode an die englische Musik

[…]

Im folgenden Evening Hymn von Henry Balfour Gardiner drückten sich die ungefähr vierzig Choristen in den Themeneinsätzen kraftvoll aus, um dann die Musik in einem behutsamen, sanften Schlussakkord ausklingen zu lassen.

Das Gebet für Jerusalem von Herbert Howells ist ein Beispiel an Zartheit und Ruhe, sehr weit entfernt von der Wirklichkeit dieses Ortes; der Chor singt quasi a capella […]

Emotion und Eleganz charakterisieren die Version des von Bernd Scharfenberger dirigierten Requiems von John Rutter. In rascherem Tempo als normalerweise, gewinnt es an Leichtigkeit und vermeidet das in Totenmessen häufige Pathos. Die Aussprache ist deutlich, und die Teile in englischer Sprache verleihen den Psalmen eine ganz neue Musikalität. […] Öfter läßt [der Chor] dem Publikum Schauer über den Rücken laufen.

[…]

Dernières Nouvelles d’Alsace, 10.05.2016 (Übersetzungen aus dem Französischen von Jutta Andrieux)